BAD_HEIDENHEIM

Site-Specific Work

EN

For her large-scale wall installations, Patricija Gilyte employs sugar cubes, which she adheres directly to the wall. The idea of working with this material, precious to the artist, arose from her intensive engagement with the medium of film. Every projection, every digital image, is a construction of numbers and sequences of pixels. They represent the smallest unit of a rigorously organized, videographic order – a structure that, for the Lithuanian-born artist, functions almost as an architectural principle and forms the basis of her own artistic practice. Gilyte conceives her work as a continuation of the digital image through other means, in this case: sugar compressed into cubes.

The inspiration and material for her site-specific works are derived from the cities in which she exhibits.

The rhythm, architecture, building materials, and inhabitants of a place all inform Gilyte’s interpretation. The location also determines the type of sugar cubes she employs, as they do not appear the same everywhere. Depending on the country, brand, and producer, their shape, color, and size vary. The choice of sugar therefore ultimately dictates the final image. As sugar is an impermanent material, the Heidenheim installation will disappear after the exhibition – much like the image of a projector when it is switched off.

Text: Marco Hompes, Kunstmuseum Heidenheim

DE

Für ihre großformatigen Wandinstallationen nutzt Patricija Gilyte Zuckerwürfel, die sie direkt auf die Wand klebt. Die Idee zur Arbeit mit diesem für die Künstlerin wertvollen Material kam ihr durch ihre intensive Auseinandersetzung mit dem Medium Film. Jede Projektion, jedes digitale Bild ist eine Konstruktion aus Zahlen und Reihen von Pixeln. Sie sind die kleinste Einheit einer streng organisierten, videografischen Ordnung. Diese stellt für die gebürtige Litauerin ein fast architektonisches Strukturprinzip dar, welches die Basis für ihre eigene künstlerische Arbeit bildet. Diese versteht Gilyte als Fortführung des digitalen Bildes mit anderen Mitteln, in diesem Fall: zu Würfeln gepresster Zucker.

Inspiration und Material für ihre ortsspezifischen Arbeiten bilden die Städte, in denen sie ausstellt.

Der Rhythmus, die Architektur, die Baumaterialien und die Menschen eines Ortes fließen in Gilytes Interpretation ein. Der Ort entscheidet auch über die Art von Zuckerwürfeln, die sie nutzt. Denn diese sehen nicht überall gleich aus. Je nach Land, Marke und Produzent unterscheiden sich Form, Farbe und Größe. Die Wahl des passenden Zuckers bestimmt daher letztlich auch das finale Bild. Da Zucker kein dauerhaftes Material ist, wird die Heidenheimer Installation nach der Ausstellung wieder verschwinden – ebenso wie das Bild eines Beamers, wenn man ihn ausschaltet.

Für ihre großformatigen Wandinstallationen nutzt Patricija Gilyte Zuckerwürfel, die sie direkt auf die Wand klebt. Die Idee zur Arbeit mit diesem für die Künstlerin wertvollen Material kam ihr durch ihre intensive Auseinandersetzung mit dem Medium Film. Jede Projektion, jedes digitale Bild ist eine Konstruktion aus Zahlen und Reihen von Pixeln. Sie sind die kleinste Einheit einer streng organisierten, videografischen Ordnung. Diese stellt für die gebürtige Litauerin ein fast architektonisches Strukturprinzip dar, welches die Basis für ihre eigene künstlerische Arbeit bildet. Diese versteht Gilyte als Fortführung des digitalen Bildes mit anderen Mitteln, in diesem Fall: zu Würfeln gepresster Zucker.

Inspiration und Material für ihre ortsspezifischen Arbeiten bilden die Städte, in denen sie ausstellt.

Der Rhythmus, die Architektur, die Baumaterialien und die Menschen eines Ortes fließen in Gilytes Interpretation ein. Der Ort entscheidet auch über die Art von Zuckerwürfeln, die sie nutzt. Denn diese sehen nicht überall gleich aus. Je nach Land, Marke und Produzent unterscheiden sich Form, Farbe und Größe. Die Wahl des passenden Zuckers bestimmt daher letztlich auch das finale Bild. Da Zucker kein dauerhaftes Material ist, wird die Heidenheimer Installation nach der Ausstellung wieder verschwinden – ebenso wie das Bild eines Beamers, wenn man ihn ausschaltet.

Text: Marco Hompes, Kunstmuseum Heidenheim

Salz und Zucker kennt man aus der Küche, aber können sie auch Kunst?

Die Ausstellung untersucht zwei Produkte, die man normalerweise in der Küche suchen würde: Salz und Zucker. Beide sind jedoch auch Materialien, mit denen Kunstwerke geschaffen werden können. Die Werkschau im großen Saal des Kunstmuseums möchte hierbei zwei Tendenzen innerhalb der künstlerischen Verwendung dieser kristallinen Substanzen herausstellen: Einerseits dienen Salz und Zucker als bildhauerisch verstandene Werkstoffe. Durch ihren chemischen Aufbau bieten sich hier mehrere Perspektiven: In Wasser gelöst, zu einem festen Körper gepresst, ausblühend, mit Farbe versehen, gebrannt, gebacken oder als rieselnde Masse können sowohl Salz als auch Zucker unterschiedliche Formen annehmen und so Blicke auf skulpturale Fragen eröffnen.

Andererseits sollen auch die symbolischen und politischen Implikationen hervorgehoben werden. Salz etwa ist ein essenzielles Element für das Leben. Es kann als lebensnotwendig betrachtet werden, jedoch als lebensfeindliche Salzwüsten für Entbehrung stehen. Zucker hingegen verweist auf Wohlstand, Konsum und Genuss, aber auch auf Gier und Ausbeutung. Denn bevor dieser Stoff industriell aus Zuckerrüben hergestellt werden könnte, wurde er aus Zuckerrohr gewonnen. Die Geschichte des Süßungsmittels ist also eng mit kolonialer Ausbeutung verbunden.

Ziel der Ausstellung ist es aufzuzeigen, wie vielschichtig die Elemente in der Kunst und Gesellschaft agieren und das Publikum zum Nachdenken über ihre Bedeutung und Symbolik in unserer Kultur anzuregen.

Mit Werken von:
Christine Braun, Jonas Etter, Takaya Fujii, Helga Franz, Fabian Gatermann, Patricija Gilyte, Fadi al-Hamwi, Nadine Karl, Alice Musiol, Elia Nurvista, Thomas Rentmeister, Tiago Sant’Ana, Johanna Strobel, Kees de Vries, Heidemarie Ziebandt

Title
BAD_HEIDENHEIM
Specification
Site-Specific Work
Technique
Sugar cubes attached directly to the wall
Year
2024
Location
Kunstmuseum Heidenheim
Photos by
Ignacio Iturrioz
Context

Group exhibition KRISTALLISATIONSPUNKTE, SALZ UND ZUCKER IN DER KUNST / Crystallization Points: Salt and Sugar in Art, Kunstmuseum Heidenheim, 24.3.-02.06.2024

Thanks

Marko Hompes and the museum team

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